Selbstdarstellung Hansjörg (take 03)
Mein beruflicher Weg zu EAP (Employee Assistance Program) ist geprägt von verschiedenartigen Erfahrungen mit Menschen in Organisationen, Familien und mit Menschen die Veränderungen, Konflikte und Krisen erleben.
Bereits als Krankenpflegehelfer, Erzieher und Sozialpädagoge ging es mir immer darum pragmatisch und direkt hilfreich zu sein. Oft braucht es ein offenes Ohr, freundliche Bestärkung, Hinweise und Tipps, oder auch entschlossene solidarische Hilfe, Konfrontation und eine klare Meinung, um einzelnen Menschen oder Familien Unterstützung zu geben.
Ganz einfach.
Mit wachsender Berufserfahrung und Weiterentwicklung zum Systemischen Familientherapeuten wurde mir klar, dass es nicht immer einfach zu bestimmen ist, was tatsächlich hilft. Individuelle und soziale Probleme sind komplex, vielschichtig, uneindeutig, werden unterschiedlich gesehen und bewertet und "zu einfache" Lösungen verpuffen oft, oder verstärken sogar das Problem.
Ganz schön komplex ...
Daraus ergab sich die Erforschung von Interaktionsmustern, Systemwirkungen, Paar-, Familien- und Teamdynamiken und die Reflexion von psychologischen, beruflichen und gesellschaftlichen Rahmen. Ich war im systemischen Denken angekommen und habe Methoden erlernt, um mit der Komplexität zu arbeiten.
Ein weiterer Baustein entstand durch die Arbeit für Familiengerichte als Verfahrensbeistand. Bei dieser Arbeit wurde mir deutlich, wie entscheidend es ist Konfliktkompetenz zu fördern, sowohl in Einzel-, als auch in Partnerschaftsberatungen und in supervisorischer Begleitung von Teams.
Stagnierende Konflikte können Teams, Organisationen und Familien lähmen, eskalierende Konflikte führen zu Leid und Trennung. Konfliktfrei leben zu können sehe ich als Illusion, denn verschiedene Bedürfnisse und Sichtweisen müssen verhandelt werden. Und die Fähigkeiten dafür sind erlernbar.
Die Corona-Krise verstärkte meinen Blick auf das labile Gleichgewicht, das wir als mentale, psychische und körperliche Gesundheit wahrnehmen. Die Beschäftigung mit Hirnforschung und den „nährenden Aspekten“ im Arbeits- und Familienleben führten bei mir zur Überzeugung, dass wir Menschen dringend auf geklärte Beziehungen, funktionale Grenzen, Ressourcen und ein sinnerfülltes Leben angewiesen sind, um gesund leben, stimmig handeln, und leistungsfähig und langfristig glücklich sein zu können.
Wenn man sich als "schwarzes Schaf", als ausgegrenzt, diskriminiert oder abgewertet sieht, kann es gut tun sich selbst-bewußt Antworten auf die Fragen zu erarbeiten: Wer will ich sein? Was will ich? Was lehne ich ab (und wie geht das)? Welche Lebens- Arbeits- und Beziehungsform passt zu mir? Wie finde ich Anschluss an Gemeinschaft?
Was das für das Berufs- und Privatleben eines jeden Menschen jeweils heißt, kann nur individuell erforscht und beantwortet werden. Einen höheren Sinn, oder tiefere Wahrheiten biete ich nicht, sondern setzte auf Selbstwert, Erweiterung von Perspektiven, soziales Lernen und Kommunikation.
Im EAP setze ich meine Erfahrungen dafür ein, dass Mitarbeitende sich - ganz einfach, oder auch in aller Komplexität ihres Lebens - gesehen, Wert geschätzt und verstanden fühlen. Sowohl in kleinen Alltagsfragen, als auch in Krisen. Wenn es verzwickt, belastend und kompliziert wird, bleibe ich ruhig und präsent, stehe für Optimismus, Nachhaltigkeit und der Orientierung an Werten. In Familien und Firmen begleite ich Veränderungsprozesse, fördere Kompetenzen und konzentriere mich auf Lösungen. Ich fördere gesunde Arbeits- und Lebenswelten, die Rückhalt geben, Leistung ermöglichen und sozialen Zusammenhalt stärken.