Selbstdarstellung Hansjörg (take 02)
Mein beruflicher Weg zu EAP (Employee Assistance Program) ist geprägt von verschiedenartigen Erfahrungen mit Menschen in Organisationen, Familien und mit Menschen die Veränderungen, Konflikte und Krisen erleben.
Bereits als Krankenpflegehelfer, Erzieher und Sozialpädagoge ging es mir immer darum pragmatisch und direkt hilfreich zu sein. Oft braucht es ein offenes Ohr, freundliche Bestärkung, Hinweise und Tipps, oder auch entschlossene solidarische Hilfe, Konfrontation und eine klare Meinung, um einzelnen Menschen oder Familien Unterstützung zu geben. Ganz einfach.
Mit wachsender Berufserfahrung und Weiterentwicklung zum Systemischen Familientherapeuten wurde mir klar, dass es nicht immer einfach zu bestimmen ist, was tatsächlich hilft. Individuelle und soziale Probleme sind komplex, vielschichtig, uneindeutig, werden unterschiedlich gesehen und bewertet und zu einfache Lösungen verpuffen oft, oder verstärken sogar manchmal das Problem. Ganz schön komplex ...
Daraus ergab sich die Erforschung von Interaktionsmustern, Systemwirkungen, Paar-, Familien- und Teamdynamiken und die Reflexion von psychologischen, beruflichen und gesellschaftlichen Rahmen. Ich war im systemischen Denken angekommen und habe Methoden erlernt, um mit der Komplexität von sozialen Systemen zu arbeiten.
Ein weiterer Baustein entstand durch meine Arbeit am Familiengericht als Verfahrensbeistand. Hier hatte ich mit eskalierten Konflikten zu tun, mit der Aufgabe elterliche Kooperation zu fördern und am Schutz für Kinder mitzuwirken. Auch in meiner systemischen Praxis wurde die Förderung von Konfliktkompetenz zu einem Schwerpunkt, sowohl in Einzel-, als auch in Partnerschaftsberatungen und in supervisorischer Begleitung von Teams.
Stagnierende Konflikte können Teams, Organisationen und Familien lähmen, eskalierende Konflikte führen zu Leid und Trennung. Konfliktfrei leben zu können sehe ich als Illusion, denn verschiedene Bedürfnisse und Sichtweisen müssen verhandelt werden. Und die Fähigkeiten dafür sind erlernbar.
Die Corona-Krise verstärkte meinen Blick auf das labile Gleichgewicht, das wir als mentale, psychische und körperliche Gesundheit wahrnehmen. Die Beschäftigung mit Hirnforschung und den „nährenden Aspekten“ im Arbeits- und Familienleben führten bei mir zur Überzeugung, dass wir Menschen dringend auf geklärte Beziehungen, funktionale Grenzen, Ressourcen und ein sinnerfülltes Leben angewiesen sind, um gesund leben, stimmig handeln, und leistungsfähig und langfristig glücklich sein zu können.
Was das für das Berufs- und Privatleben eines jeden Menschen jeweils heißt, kann nur individuell erforscht und beantwortet werden. Einen höheren Sinn, oder tiefere Wahrheiten biete ich nicht, sondern setzte auf Selbstwert, Erweiterung von Perspektiven, soziales Lernen und Kommunikation.
Im EAP geht es mir darum meine Erfahrungen dafür einzusetzen, dass Mitarbeitende sich - ganz einfach oder auch in aller Komplexität ihres Lebens - gesehen, Wert geschätzt und verstanden fühlen. Sowohl in den kleinen Dingen, als auch in Krisen. Wenn es verzwickt, belastend und kompliziert wird, bleibe ich ruhig und präsent, stehe für Optimismus, Nachhaltigkeit und der Orientierung an Werten. In Familien und Firmen begleite ich Veränderungsprozesse, fördere Kompetenzen und konzentriere mich auf Lösungen. Ich fördere gerne eine gesunde Arbeits- und Lebenswelt, die Rückhalt gibt, Leistung ermöglicht und den sozialen Zusammenhalt stärkt.