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Auf gleicher Augenhöhe -
Eltern und Profis gemeinsam in der Jugendhilfe

 

Ziele/Inhalte

 

Elternarbeit im Kontext der Jugendhilfe ist meist geprägt von einem Gefälle in den Beziehungen.

Auf der überhöhten Seite: wir Pädagogik-Experten/innen, mit dem Anspruch erzieherische Kompetenz zu vermitteln oder sogar fehlerhaftes Verhalten zu korrigieren. Verbündet mit den rebellischen Anteilen der Kinder und Jugendlichen kämpfen wir oft darum, aus den Klienten „bessere“ Eltern zu machen, besonders an den Punkten, an denen wir mit den eigenen Eltern hadern.

Auf der bedürftigen Seite: verunsicherte, beschämte Mütter und Väter, die sich selbst schuldig und inkompetent fühlen und wiederum durch Schuldzuschreibung, Abwehr, Angriff, Leugnung und Selbsterniedrigung versuchen im seelischen und familiären Gleichgewicht zu bleiben.


Im Seminar wird ein systemisch-familientherapeutischer Ansatz verfolgt, der nicht nach Schuld oder Ursachen forscht, sondern insgesamt auf die Bildung eines Kooperationssystems der Einrichtung und ihrer Mitarbeiter/innen mit den Familien abzielt.

Das hat Auswirkungen ...

  • auf die Beziehung zum Kind und dessen Familie (Symptomträger, Einbindung ins Familiensystem, Rolle des Helfers, Bewältigung von Konflikten, ...) 
  • auf pädagogische Prozesse (z.B. Aufnahme und Entlassung, Diagnostik, Kontakt zu Schulen, Gestaltung von Familientagen, -freizeiten, Elterngespräche, ...) 
  • auf verwendete Methoden (siehe unten) 
  • und auf die Konzeption bzw. das Selbstverständnis der Einrichtung

Vor dem Hintergrund systemischer und lösungsorientierter Theorien werden die professionellen Erfahrungen der Teilnehmer/innen mit Elternarbeit (und gerne auch eigene Eltern-Kind-Erfahrungen, die unser Handeln meist grundlegender bestimmen) reflektiert und erweiterte Möglichkeiten für den pädagogischen Alltag erarbeitet.

 

Methoden

Theorievermittlung, Fallarbeit, Kleingruppenarbeit, Reflecting-Team, systemische Fragen, Konstellationen, Genogramm, Strukturdiagramm, Auftragsklärung, Interventionsplanung, ...

Je nach Interesse werden Schwerpunkte gesetzt. Eine „Live-Arbeit“ mit Klienten (Familie oder Einzelperson) gibt der Gruppe Gelegenheit, die Wirkung systemischer Interventionen direkt zu erleben.